Was ist Raysin? – Eine Einführung - Plottarie Manufaktur

Was ist Raysin? – Eine Einführung

Raysin ist ein feines, lufthärtendes Gießpulver aus Calciumsulfat, das vorwiegend im Bereich Basteln, Modellbau und DIY-Dekorationen eingesetzt wird. Der Name „Raysin“ leitet sich vom Hersteller Rayher ab, der die Produktreihe vertreibt. 

Anders als Kunstharz (Resin) basiert Raysin nicht auf Epoxid- oder Polyurethan-Verbindungen, sondern auf einer Gips-/Calciumsulfatbasis – das macht es geruchlos, unbedenklich und relativ einfach zu handhaben. 

Wichtige Eigenschaften auf einen Blick

Eigenschaft: Bedeutung / Auswirkung:
Lufthärtend Härtet bei Raumtemperatur an der Luft aus – kein Brennen oder Ofentrocknung notwendig 
Geruchlos & lebensmittelneutral Ideal auch für den Umgang mit Kindern und ungeeignet für Lebensmittelkontakt, wenn nicht versiegelt 
Feine, glatte Oberfläche („Kreide-Look“) & gute Detailabnahme Selbst feine Strukturen werden sauber wiedergegeben; Oberfläche wirkt samtig matt 
Relativ hohe Festigkeit Besonders bei stärkeren Varianten (z. B. Raysin 200)
Gute Entformbarkeit Durch leichte Kontraktion beim Trocknen lassen sich Objekte oft relativ einfach aus der Form lösen.
Verarbeitung mit Wasser Einfaches Anmischen mit Wasser – keine giftigen Zusätze erforderlich.

Diese Eigenschaften machen Raysin zu einem beliebten Material, insbesondere für Heimwerkerinnen, DIY-Liebhaberinnen oder Bastelprojekte mit Kindern (unter Aufsicht!).


Varianten und Sorten von Raysin

Raysin ist nicht „eine Sorte“, sondern bringt mehrere Varianten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die wichtigsten Versionen sind:

Raysin 100 („Basic“)

  • Für kleinere Gussprojekte gedacht (z. B. Anhänger, kleine Figuren, Reliefs)

  • Festigkeit des ausgehärteten Materials: ca. 120 N/mm²

  • Mischverhältnis: ca. 1 Teil Wasser zu 2,5 Teilen Pulver 

Raysin 200 („Extra Strong“)

  • Für größere, belastbarere Objekte wie Schalen, Figuren, Untersetzter

  • Höhere Festigkeit: ca. 200 N/mm² 

  • Mischverhältnis: ca. 1 Teil Wasser zu 3,5 Teilen Pulver 

Raysin 250 (schwarze Variante)

  • Neuere Ergänzung als tiefschwarze Variante, sodass keine Zugabe von Farbpigmenten nötig ist.

  • Gleiche grundlegende Eigenschaften, aber mit ästhetischer Alternative zur klassischen weißen Variante.


Unterschiede zu anderen Materialien (Gips, Beton, Harz)

Verstehe, worin sich Raysin von Gips, Beton oder Harz unterscheidet – das hilft bei der Wahl des richtigen Materials für ein Projekt.

vs. Gips / Gipspulver

  • Raysin enthält feiner gemahlenes Calciumsulfat, wodurch eine glattere Oberfläche möglich ist als bei normalem Gips Höhere Stabilität: Raysin bröckelt weniger beim Schleifen als herkömmlicher Gips.

  • Gips kann bei Feuchtigkeit schneller reagieren und aufquellen – Raysin benötigt jedoch auch Schutzmaßnahmen, wenn es feuchte Umgebungen trifft.

vs. Beton / Zementbasierte Massen

  • Beton ist gröber, schwerer und weniger detailgenau; Raysin ermöglicht feinere Strukturwiedergabe . Beton benötigt oft eine andere Verarbeitung (z. B. größere Mengen, längere Trocknungszeiten)

  • Beton ist robuster gegen Feuchtigkeit, Raysin muss bei Bedarf versiegelt werden, wenn es dauerhaft Wasser ausgesetzt sein soll.

vs. Harz (Resin, Epoxidharz)

  • Harz härtet durch chemische Reaktion zwischen Harz und Härter aus – oft schneller, aber mit höheren Anforderungen an Schutzmaßnahmen.

  • Harz kann oft glasklar, farbig oder transluzent sein, während Raysin eine matte, kreideartige Oberfläche aufweist.

  • Harz kann teurer sein und benötigt häufig Atemschutz, Handschuhe oder exakte Mischverhältnisse.

  • Raysin ist meist unproblematischer im Umgang und günstiger für dekorative, nicht-lastende Objekte.


Verarbeitung von Raysin – Schritt für Schritt

Damit dein Projekt gelingt, hier eine praxisnahe Anleitung zur Verarbeitung von Raysin:

1. Vorbereitung der Gießform

  • Die Form sollte sauber, trocken und idealerweise mit einem Trennmittel (z. B. Öl oder Silikonspray) vorbereitet werden, damit das gegossene Stück sich leichter lösen lässt.

  • Formen aus Silikon, Latex, Kunststoff (PET, LDPE) oder Gummi sind geeignet. 

2. Anmischen von Raysin

  • Gebe das Pulver langsam ins Wasser (nicht umgekehrt!), um Klumpenbildung zu vermeiden. 

  • Rühre gleichmäßig und kräftig um, bis eine homogene Masse entstanden ist, ohne Klümpchen.

  • Achte auf das richtige Mischverhältnis (z. B. 1:2,5 bei Raysin 100, 1:3,5 bei Raysin 200) 

3. Gießen & Entlüften

  • Gieße die Masse langsam in die Form, um Luftblasen zu minimieren.

  • Du kannst die Form leicht klopfen oder vibrieren, damit eingeschlossene Luft entweicht.

4. Aushärten & Entformen

  • Erste Entformung oft schon nach ca. 30 Minuten möglich, abhängig von Größe und Dicke. 

  • Vollständige Trocknung und Aushärtung kann mehrere Stunden bis Tage dauern, je nach Volumen und Luftfeuchtigkeit.

  • Nach dem Aushärten kannst du bearbeiten: Schleifen, Feilen, Glätten etc. 

5. Oberflächenbehandlung & Versiegelung

  • Wünschst du eine wasserabweisende Oberfläche oder möchtest das Stück draußen einsetzen, empfiehlt sich eine Versiegelung (z. B. Klarlack).

  • Farbigkeit lässt sich durch Zugabe von Pigmentpulver oder Farbe (Acryl, Pastellpigmente) erreichen. 


Anwendungsmöglichkeiten & kreative Ideen

Raysin eröffnet viele kreative Einsatzfelder – sowohl für Dekoration als auch praktische Objekte:

  • Anhänger, Schmuck, Reliefs, Ornamente – ideal mit Raysin 100

  • Schalen, Untersetzer, Dekotableaus, Figuren, Teelichthalter – gut geeignet mit Raysin 200

  • Personalisierte Geschenke: z. B. mit eingegossenen Namen, Formen oder Motiven

  • DIY-Dekorationen: z. B. Häuser, Boote, Miniaturobjekte 

  • Kombination mit anderen Materialien: Gießstücke in Holz, Stoff oder Metall einbetten

  • Farbige Gießprojekte: Farbverläufe, Marbling, Pigmentzugabe

  • Kunst & Modellbau: detailreiche Miniaturen, Modelle, Reproduktionen

  • Bildungs- & Kinderprojekte: Da Raysin relativ unbedenklich ist, eignet es sich gut für Bastelprojekte mit Kindern (unter Aufsicht) 

Beispiele in der Praxis findest du in DIY-Blogs, etwa bei Häuschen-Projekten aus Raysin oder Regenbogen-Untersetzern. 


Tipps & Tricks – Fehler vermeiden

  1. Exaktes Abwiegen
    Auch geringfügige Abweichungen im Mischverhältnis können zu unvollständiger Aushärtung oder poröser Struktur führen.

  2. Langsam gießen & entlüften
    Luftblasen stören die Oberfläche; vorsichtiges Gießen und leichtes Klopfen helfen.

  3. Nicht mit Wasser übergießen beim Trocknen
    Das frisch gegossene Werkstück ist noch empfindlich – erst nach vollständiger Aushärtung (Tage) gegen Feuchtigkeit schützen.

  4. Versiegelung für Außenbereich
    Für Anwendungen im Freien oder im Bad empfiehlt sich eine schützende Oberfläche (z. B. Klarlack).

  5. Schleifen & Feilen vorsichtig angehen
    Zwar ist Raysin stabiler als herkömmlicher Gips, doch bei zu grobem Schleifpapier können Ecken abbrechen.

  6. Pigmente dosiert einsetzen
    Farbzugabe verändert die Fließeigenschaften: zu viel Pigment kann die Aushärtung negativ beeinflussen.

  7. Richtig lagern
    Das Pulver sollte trocken und luftdicht verschlossen gelagert werden, um Feuchtigkeitsaufnahme zu vermeiden.


Fazit & Ausblick

Raysin ist ein sehr vielseitiges, relativ unkompliziert zu verarbeitendes Gießpulver mit zahlreichen kreativen Anwendungsmöglichkeiten. Es erlaubt feine Detailabnahme, hat eine matte, elegante Oberfläche und ist relativ unbedenklich im Umgang. Für kleinere Objekte eignet sich die Variante Raysin 100, für robustere Objekte Raysin 200, und mit Raysin 250 gibt es mittlerweile auch eine schwarze Variante, die Pigmentzugabe ersparen kann.

Wenn du mit Raysin basteln willst, beachte das richtige Mischverhältnis, arbeite sorgfältig, und versiegle dein Werkstück, falls es Feuchtigkeit oder Außenbedingungen ausgesetzt wird. Mit etwas Übung lassen sich wunderschöne Dekostücke, Miniaturen oder nützliche Objekte herstellen.

Wenn du möchtest, kann ich dir zusätzlich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern, Ideen für Projekte oder eine Materialliste zum Ausdrucken erstellen – willst du das?

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